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Verpflichtender Arbeitgeberzuschuss zur bAV ab 01.01.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Mandanten,

 

im Jahr 2022 tritt die nächste Stufe des seit 2018 geltenden Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft. Dazu möchten wir Sie heute informieren.

 

Ab dem 01.01.2022 ist ein Arbeitgeberzuschuss iHv 15 %* des Umwandlungsbetrags verpflichtend in einen bestehenden betrieblichen Altersvorsorge-Vertrag (bAV) einzuzahlen, wenn:

  • zugunsten einer bAV Entgelt umgewandelt wird (sog. Entgeltumwandlungsvereinbarung)
  • und durch die Umwandlung Sozialversicherungsbeiträge gespart werden
  • und die Zahlung in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder Direktversicherung geht.

 *Bei den 15% handelt es sich um einen pauschalen Beitrag.

 

Anlass der Regelung ist, dass der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung ebenfalls Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von ca. 20% spart, obwohl sich der Arbeitgeber nicht direkt an der Einzahlung der Beiträge beteiligt. Abzüglich eines pauschalen Verwaltungsaufwands von 5% soll er diese Ersparnis mit 15% an den bAV Vertrag weitergeben.

 

Möglich ist auch, höchstens die eingesparten Sozialversicherungsbeiträge als Zuschuss zu leisten (sogenannte spitze Abrechnung). Wir empfehlen jedoch idR 15% Zuschuss zu zahlen, da diese Variante insbesondere in Hinblick auf ungeklärte Rechtsfragen zur Ermittlung der Sozialversicherungsersparnis weniger fehleranfällig und für die Mitarbeitenden transparenter ist sowie einen geringeren Verwaltungsaufwand verursacht.

 

Die Ersparnis der Sozialversicherungsbeiträge liegt regelmäßig dann vor, wenn das Einkommen des Arbeitnehmers unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der gesetzlichen Krankenversicherung liegt (für 2022 aktuell 58.050 EUR) und wenn die Verträge nach § 3 Nr. 63 S. 1 EStG gefördert werden, d.h. Einzahlung von max. 4 % aus der BBG RV West (für 2022 aktuell 84.600 EUR), d.h. pro Jahr 3.384 EUR (p. M. 282 EUR).

 

Für die Lohn- und Gehaltsabrechnung besteht daher Handlungsbedarf wie folgt:

 

Sie als Arbeitgeber müssen sich hinsichtlich der Bestandsverträge (für Neuverträge gilt diese Regelung bereits seit 01.01.2018) mit den Mitarbeitenden und dem Versorgungsträger in Verbindung setzen und klären, wie die Zahlung des Arbeitgeberzuschusses erfolgen soll.

 

Dabei werden folgende Varianten unterschieden:

  • 15% sollen zusätzlich zum bestehenden Vertrag eingezahlt werden
  • 15% werden in einen neuen Vertrag eingezahlt

ODER

  • der Gesamtbetrag wird nicht geändert --> die bestehende Entgeltumwandlungsvereinbarung muss angepasst werden, dies bedarf der ausdrücklichen Zustimmung der Mitarbeitenden

           --> wird der Gesamtbetrag nicht geändert, können Sie wählen zwischen

  • „von Hundert“: es werden vom Gesamtbetrag 85% von den Mitarbeitenden in Entgelt umgewandelt und 15% vom Arbeitgeber eingezahlt, hierbei werden nicht die echten 15% Zuschuss gezahlt

           zB.: Entgeltumwandlung bisher 100 EUR,

           Entgeltumwandlung neu 85 EUR,

           bAV Pflichtzuschuss 15 EUR

  • „in Hundert“: es werden vom Gesamtbetrag echte 15% eingezahlt (bei dieser Variante zahlt der Arbeitgeber keinen Cent zu viel ein)

           zB.: Entgeltumwandlung bisher 100 EUR (entspricht 115%),

           Entgeltumwandlung neu 86,96 EUR,

           bAV Pflichtzuschuss 13,04 EUR

 

Bitte beachten Sie, hierbei, dass wir Sie als Steuerberater lediglich im Rahmen des Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrechts beraten können. Sich aus den Änderungen ergebende arbeitsrechtliche Konsequenzen sind bitte über einen Rechtsanwalt abzustimmen.

 

Gerne unterstützen wir Sie bei der Frage, ob bei den aktuell bestehenden Verträgen eine Ersparnis der Sozialversicherungsbeiträge vorliegt und wie hoch diese ist. Bitte sprechen Sie uns dazu an.

 

Haben Sie sich mit den Mitarbeitenden auf eine Variante geeinigt und wurde der Versorgungsträger zwecks Vertragsanpassungen kontaktiert, reichen Sie bitte die angepassten Vertragsunterlagen beim zuständigen Lohnsachbearbeiter ein, damit die Daten korrekt in die Lohnabrechnungssoftware einpflegen werden können. Liegen uns keine angepassten Vertragsunterlagen vor, können wir keine Anpassung vornehmen. Wir bitten daher um zeitnahe Hereingabe.

 

Freundliche Grüße

SKS Steuerberater Sonkin, Seifert und Partner mbB

Office Berlin

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Fax: +49 30 3100 786-29
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